Die ÖSA Versicherungen haben den neuen Kfz Unfallmelder kürzlich in Magdeburg vorgestellt. Die Rede ist von einem kleinen schwarzen Kasten, ähnlich der Black Box in Flugzeugen, der kaum größer, als eine Zigarettenschachtel ist. Dieser Unfallmelder soll selbstständig einen Notruf absetzen können. Getestet wurde das Ganze ebenfalls, ein Unfallwagen wurde auf dem Testgelände in Position gebracht, anschließend fuhr der Dekra-Experte Thomas Mertens in das Auto hinein. Nach 20 Minuten waren die Rettungskräfte vor Ort.
Durch den kleinen Kfz Unfallmelder wird es künftig möglich, die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte deutlich zu verkürzen. Hierbei gelten insbesondere die Übertragung der genauen GPS-Koordinaten, sowie die Angaben zur Aufprallgeschwindigkeit als wichtige Daten, die den Rettungskräften bereits vorab mitgeteilt werden. Zunächst werden die Daten an die Notrufzentrale eines Serviceunternehmens geleitet. Kann der Fahrer dann via Handy nicht erreicht werden, wird automatisch der Notruf angewählt und die Rettungskräfte werden zum Fahrzeug geschickt.
Die ÖSA Versicherungen bieten den kleinen Kfz Unfallmelder in Zusammenarbeit mit einem italienischen Unternehmen an. Hierfür wird nur ein geringer, monatlicher Zusatzbeitrag erhoben, der aber Leben retten kann. Gerade bei Autounfällen zähle jede Sekunde, betont auch Hans-Jörg-Kurth, der Abteilungsleiter Kraftfahrzeuge bei ÖSA. Dies bestätigt ebenfalls Christine Rettig. Es heißt, dass die Sicherheitstechnik für den Kraftverkehr bereits weit ausgereift ist, aber bisher nur hochwertigen Neuwagen vorbehalten blieb. Das soll sich künftig ändern. Die Experten sind sich einig, dass diese Sicherheit künftig zur Standard-Ausstattung bei Autos gehören werde, so wie es heute bereits bei ABS und ESP der Fall ist.
Insgesamt sollen jährlich bis zu 2.500 Leben mit solchen Sicherheitssystemen gerettet werden. Das bestätigt die EU-Kommission, die sich ebenfalls für den Einsatz der kleinen Unfallmelder ausspricht. Die Zahl der zu rettenden Leben bezieht sich dabei auf ganz Europa. Insbesondere an einsamen Straßen würde ein Unfall erst spät bemerkt, jede Hilfe könnte hier schon zu spät kommen. Aber auch auf viel befahrenen Autobahnen werden Rettungskräfte oft erst spät informiert, da sich jeder auf den anderen verlässt.
