Der drittgrößte Zulieferer der Automobilbranche, Magna, der auch lange Zeit im Gespräch als Käufer für Opel war, strebt derzeit einen Ausbau der Aktivitäten im Bereich Elektro-Autos an. Das zumindest gab Magna-Co-Chef Siegfried Wolf am 26.05.2010 an. Die Kosten für Elektro-Autos werden jedoch in absehbarer Zukunft kaum sinken, heißt es aus dem Unternehmen. Denn die Hedge-Fonds hätten den Rohstoff Lithium, der für die Batterien benötigt wird, aufgekauft und künstlich verknappt. Die Preise seien dadurch enorm gestiegen, so dass eine Batterie derzeit so viel wie das ganze Auto kostet.
Seit kurzem gibt es von Magna ein Joint Venture, in dem sämtliche Aktivitäten für die E-Autos zusammenlaufen sollen. Zu 73 Prozent gehört das Joint Venture Magna selbst, den Rest der Anteile hält der Firmengründer Frank Stronach, mittlerweile im stolzen Alter von 77 Jahren. Es wird auch für das neue Joint Venture ein europäischer und amerikanischer Teilbereich geplant, genau, wie es beim Mutterunternehmen der Fall ist.
Ab dem Jahr 2012 / 2013 sollen die ersten E-Autos, die mit einer Magna-Batterie ausgestattet sind, auf den Markt kommen, so Wolf. Allerdings wolle man kein eigenes Auto bauen, sondern lediglich Zulieferer bleiben, wie es auch bisher der Fall ist. Mit verschiedenen Partnern konnte Magna hier bereits erste Erfolge erzielen. So wurde etwa der Ford Focus als Elektro-Auto in Zusammenarbeit mit Magna entwickelt. Er wird 2011 in den USA und ein Jahr später in Europa auf den Markt kommen. Über weitere Kooperationen wollte sich der Magna-Co-Chef allerdings noch nicht äußern.
Er geht allerdings davon aus, dass die Elektro-Autos trotz weiterer Forschungen und Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren noch mit einigen Problemen zu kämpfen haben werden, darunter die Reichweite, Lebensdauer und die richtigen Batterien. Sobald dann aber eine Massenfertigung an den Start gehen könne, etwa ab 50.000 Autos, könnten die Preise laut Magna-Chef mit denen eines handelsüblichen VW Golf durchaus mithalten.
